PARASITE ISLAND

Freitag, 29. November 19 Uhr
KUNSTRAUM BOGENHAUSEN

Ausstellung, Film und Gespräch mit Herbert Nauderer.
Filmstart „Parasite Island“: 20.00 Uhr mit anschließendem Künstlergespräch.

Der „Mausmann“ nimmt eine wichtige Rolle im künstlerischen Kosmos von Herbert Nauderer ein. Geboren wurde er als Zeichnung, der Körper eines Mannes, der in einer großen Unterhose steckt, der Kopf nur eine schwarze Maske mit großen Ohren. Die Figur tauchte immer öfter auch in Nauderers Fotos und Collagen auf, klein und verloren in heruntergekommenen Räumen oder geheimnisvoll im Hintergrund eines harmlosen Familienbildes. Mittlerweile hat sich der Mausmann in den Realfilm gedrängt und fordert dort sein Publikum heraus. Das Video „Parasite Island“ ist düster, bildgewaltig und voller abgründigem Witz und Poesie. Sind der Mann und die Frau, die den Mausmann gefangen halten, seine Eltern? Ist es nur ein Alptraum? Oder steht das gestörte Familiensystem für moderne Gesellschaften? Der Mausmann bietet keine eindeutigen Lösungen.

Herbert Nauderer, geboren in Fürstenfeldbruck, studierte von 1980-1986 an der  Akademie der Bildenden Künste München und hatte von 2016 – 2018 die Professur an der HBK Braunschweig für die Grundklasse für Zeichnung inne.

Neben Zeichnungen entstehen seit einigen Jahren multimediale komplexe Rauminstallationen aus Objekten, Dokumenten, Videoloops, Film und Fotomontagen, die den Besucher vor den Zwiespalt von Fakt und Fiktion, Sprache und Handlung, Traum oder Alptraum stellen. Nauderers Zeichnungen sind geprägt von Grau- und Schwarztönen, die durch einen schnellen, intuitiven Duktus bestechen. Wiederbelebt als Objekt oder Film, finden sich die gezeichneten Motive im Raum wieder. Diese Zusammengehörigkeit lässt eine narrative Struktur vermuten, die jedoch umgehend durch digitale oder analoge Manipulation der Arbeiten ad absurdum geführt wird.

Nauderers Arbeiten waren ausser in Deutschland unter anderem in New York City, Brüssel, Madrid Tallinn und auf internationalen Kunstmessen zu sehen.

Parasite Island_mausmannsland (14 Minuten)
Ein Mann, eine Frau, ein Gefangener – der Künstler Herbert Nauderer erforscht in seinem Kurzfilm die Kindheit der Figur des Mausmanns und zeichnet eine absurde Welt von Abhängigkeit.

„Herbert Nauderer ist ein Meister in der Kunst, das Abgründige surreal zuzuspitzen, sein Film ist eine durch virtuose Hand den Herzschlag bewegende Geschichte“, schrieb dazu Tilman Spengler.

„manche Betrachter werden sofort ‚Kafka’ rufen, doch das sind Zeitgenossen, die eine Maus nicht von einem Käfer unterscheiden können.“

„Die Maus ist eine universale Erscheinungsform der menschlichen Seele (Psyche).“ (apokryphe Inschrift, Delphi, um 540 v.Chr.)

Schauspieler: Josef Bierbichler I Sibylle Canonica I Herbert Nauderer I Jan de Boer I Produktion, Idee und Konzeption: Herbert Nauderer I Drehbuch und Regie: Annika Tepelmann I Herbert Nauderer I Kamera:Tom Fährmann I Animation: Theresa Maué I Herbert Nauderer

Wir freuen uns auf Euch!
Angelika Bartholl & Brigitte Martin

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